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VINCENT VAN GOGH

Vincent van gogh, autoritratto con un orecchio bendato, 1889, 02, Foto: I, Sailko / CC BY-SA 3.0
Vincent van gogh, autoritratto con un orecchio bendato, 1889, 02, Foto: I, Sailko / CC BY-SA 3.0

Von Uwe Nolte

„Die Trauer wird nie enden.“,
Das ist mein letztes Wort.
Die Wolken mich schon blenden,
Zur Nacht will ich mich wenden.
Bald gehe ich hinfort.

Ich hatte meine Stunde.
Ich lebte meine Lust.
Ich gehe vor die Hunde,
Schreit laut aus meiner Wunde
Die Kugel in der Brust.

Ich blute, blute, blute.
Mir ist es einerlei.
Mir wird so leicht zumute,
Ich fühle Wonnen, gute,
In mir und ich bin frei.

Ich liege auf der Bahre
Und halte Résumé,
Ich zähle meine Jahre,
Mein Werk, das seltsam klare –
Und mir tut nichts mehr weh.

Ich habe mich vergessen.
Vom Rausch der Formen satt,
Fiel ich. Von mir besessen,
Im Suff ein Ohr gefressen
Wolf meines Wahnes hat.

Nichts blieb mir fremd. Der Regen,
Der Sonne Konterfei,
Verschenkten ihren Segen
Auf allen meinen Wegen –
Und ich war froh dabei.

Ich liebte meinen Pinsel,
Nichts anderes. Doch der
Betrug der Stadt, Gerinsel
Aus Kunst, Gauguins Gewinsel,
Ertrage ich nicht mehr.

In meinem Heiligtume
Aus Farben, sanft erwacht,
Will ich als Sonnenblume
Erblühen, mir zum Ruhme,
Aus milder Sternennacht.

Die Dunkelheit vom Zimmer
Hat mich gefangen nie,
Ich war des Sommers Schimmer,
Doch traurig war ich immer,
So ist das – c´est la vie…

Ich durfte mich verschwenden,
Will meiner Träume Hort
Zu Gottes Huld entsenden:
„Die Trauer wird nie enden.“,
Das ist mein letztes Wort.

Verweise:
www.noltex.de

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